Über Shiatsu

Shiatsu ist eine sehr wohltuende, ehemals japanische Massageform. Sie wird am Boden auf einem Futon, einer dicken, weichen, mit Wolle gefüllten Matte, am bekleideten Körper praktiziert. Die meditative Atmosphäre und eine schöne, harmonischer Umgebung fördert die Entspannung und das Wohlbefinden.

Mit Daumen, Händen, Ellbogen und Knien wird in fliessenden Bewegungen sanfter oder kräftiger Druck auf die Energieleitbahnen, die Meridiane, am ganzen Körper ausgeübt. Damit werden energetische und seelisch- körperliche Blockaden und Stauungen gelöst, die natürlichen Selbstheilungskräfte stimuliert, geschwächte Bereiche angeregt, der Energiehaushalt harmonisiert und so die körperlich- seelische Ausgeglichenheit gefördert.  So werden die körperlich- seelischen Bedingungen für Genesung und Erholung geschaffen.

Zu Beginn der Behandlung macht der Therapeut am Bauch (Hara) einen Hara Zonenbefund, (Eine Befundaufnahme, wie die Puls-oder Zungendiagnose in der traditionellen chinesischen Medizin). Davon ausgehend kann er in den ermittelten Meridianen Energiefülle- oder Mangel harmonisieren. 

 
 
 

Chinesische Medizin
&
Taoismus

Das Konzept des Shiatsu basiert auf der chinesischen Weltanschauung des Taoismus und der traditionellen chinesischen Medizin TCM.

Die traditionelle chinesische Medizin ist eine jahrtausende alte Heilkunst, die uns lehrt, dass der Mensch als Körper-Geist-Seele zu sehen ist. Sie beschreibt, wie man das Entstehen von Gesundheit und Krankheit erkennt und wie verloren gegangene Gesundheit wieder erreicht werden kann.

Das Chi  - die Lebensenergie

Zentraler Punkt ist das Konzept des Chi - der Lebenskraft - die alle lebenden Formen belebt. Der harmonische Fluss von Chi durch den Körper schafft Gesundheit. Durch Stauungen des Chi hingegen entstehen Unwohlsein, Unausgeglichenheit und schliesslich Krankheit. Eine Störung des Energieflusses äussert sich an verschiedenen Körperteilen als Mangel oder Überfluss von Chi. Gewöhnlich entsteht ein schmerzendes Symptom da, wo sich Chi staut, also eine Überfülle bildet. Fülle kann zerstreut werden. Der Fülle steht eine Leere, ein Mangel an Energie gegenüber. Dort kann Energie zugeführt werden und so der Energiefluss in Bewegung und Ausgleich gebracht werden.

Die Entstehung und die Ursache von Gesundheit und Krankheit beschreibt in der TCM das Konzept der fünf Wandlungsphasen in Verbindung mit den fünf Elementen,

   Holz     -    Geburt/Wachstum

   Feuer  -    Ausdehnung/Fülle

   Erde    -     Ausgleich/Wandlung

   Metall  -   Sammeln/Ernte

   Wasser -  Bewahren/Ruhen

 

 

Jedem der 5 Elemente sind bestimmte Organe, Qualitäten, Jahreszeiten, Gefühle und Verhalten etc. zugeordnet, die wiederum bestimmten Meridianen zugehören.  Bei jedem Element unterscheidet man einen Yin und einen Yang Meridianverlauf:

 

Element        Yin Meridian          Yang Meridian                       

Holz                     Leber                              Gallenblase

Erde                     Milz                                 Magen

Feuer                   Herz                                Dünndarm

Ergänzendes Feuer   Herzkreislauf         Dreifach Erwärmer

Metall                  Lunge                              Dickdarm

Wasser                Niere                               Blase


Das Konzept von Yin und Yang  

stammt aus der taoistischen chinesischen Philosophie.

Als Yin und Yang werden die beiden gegensätzlichen, polaren Kräfte der Schöpfung verstanden, die sich gegenseitig ergänzen und bedingen. Yin und Yang gehen ineinander über und schaffen einander, wie heiss und kalt, Tag und Nacht, passiv und aktiv. Yin/Yang-Polaritäten zeigen sich am Körper als „die acht Prinzipien“ Innerlich/Äusserlich, Heiss/Kalt, Voll/Leer, Yin/Yang. Arbeiten wir also an den Meridianen, kann sowohl auf das Organ selbst, aber auch auf die damit verbindenden seelischen und psychischen Zusammenhänge Einfluss genommen werden.  

Die Vorboten einer krankmachenden Veränderung, das Unwohlsein, kann jahrelang und mit durchaus wechselnden Symptomen dauern. Diese können unangenehm, schmerzhaft und belastend sein, werden aber selten als eigentliche Krankheit empfunden. Denken wir z.B. an Verstopfung, Durchfall, Schlafstörungen, Entzündungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verspannungen, aber auch Phänomene wie Einsamkeitsgefühle, Unlust, ständiger Kummer und sich Sorgen machen, übersteigerte Aktivität usw. Aus Sicht des Shiatsu-Therapeuten weisen diese Symptome auf eine Störung des Chi-Flusses hin, die mit Shiatsu behandelt werden kann.

Shiatsu kann bei verschiedensten Beschwerdebildern wirken

  • Körperliche Beschwerden
    - Kopfschmerzen und Migräne
    - Nacken-, Rücken- und
      Schulterschmerzen
    - Muskel- und Gelenkschmerzen verschiedenster Ursache.
    - Magen-, Darm- und
      Verdauungsprobleme
    - Erkrankungen der Atemwege
    - Zyklusstörungen und Beschwerden
      während der Schwangerschaft und
      der Wechseljahre
    - Schwere chronische Krankheiten wie Krebs, multiple Sklerose oder Parkinson.
    - Begleitend bei Chemotherapie und Bestrahlung.

  • Psychosomatische Krankheiten. Chronische und akute körperliche
      Beschwerden ohne medizinische Ursache

  • Seelische Belastungen
    - Burnout, Depression, Trauma
    - Seelische Krisen
    - Nervosität, Schlafstörungen
    - Zähneknirschen und
    - Angstzustände
    - Essstörungen
    - Erschöpfungszustände und
      chronische Müdigkeit
    - Konzentrationsschwierigkeiten,
      und ADHS
    - Andere psychische Krankheiten auf
      ärztliche Empfehlung und in enger
      Zusammenarbeit mit dem Arzt.

     

  • Veränderungsprozesse
    - Genesung und Rehabilitation nach
      Erkrankungen und Unfällen
    - Begleitung der Schwangerschaft und
      der Zeit nach der Geburt
    - Scheidung, Entlassung, Trauerfall

  • Nach Unfällen, Operationen und akuten Krankheiten als begleitende Behandlung

  • Körperliche- und seelische Haltungsprobleme.